Ein Leben in der Kaokoveld-Wüste
Im nordwestlichen Namibia, in einer der unwirtlichsten Regionen Afrikas1, lebt eines der letzten halbnomadischen Völker des Kontinents: die Himba. Mit ihrer markanten roten Hautfarbe, die von einer Mischung aus Butterfett und Ockerpulver stammt, und ihrer bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit gegen die Einflüsse der modernen Welt haben sie sich einen besonderen Platz in der kulturellen Landschaft Namibias bewahrt.
Über XY habe ich bereits hier geschrieben
Die Himba, deren Bevölkerung auf etwa 50.000 Menschen geschätzt wird, sind eng mit den Herero verwandt, von denen sie sich vor mehreren Jahrhunderten abspalteten. Während die Herero unter deutschem Kolonialeinfluss westliche Kleidung übernahmen – die Frauen tragen bis heute viktorianische Kleider als Zeichen ihrer Geschichte – haben die Himba ihre traditionelle Lebensweise weitgehend beibehalten.2

Otjize: Die rote Schönheitspaste
Das auffälligste Merkmal der Himba-Frauen ist ihre rotglänzende Haut. Diese Färbung stammt von Otjize, einer Paste aus Butterfett und gemahlenem Ockererz, die täglich auf Haut und Haare aufgetragen wird. Was für Außenstehende zunächst wie ein rein ästhetisches Ritual erscheint, erfüllt mehrere praktische Funktionen: Die Paste schützt vor der intensiven Sonneneinstrahlung, wehrt Insekten ab und hält die Haut in dem extrem trockenen Klima geschmeidig.
Die aufwendigen Frisuren der Himba-Frauen sind nicht nur Schmuck, sondern auch Statusanzeiger. Die Anzahl und Form der Zöpfe verraten, ob eine Frau verheiratet ist, Kinder hat oder in der Pubertät steht. Junge Mädchen tragen zwei nach vorne fallende Zöpfe, während verheiratete Frauen eine Krone aus Ziegenleder, die Erembe, über ihrer kunstvollen Frisur tragen.